Damit der Verkehr in und um Wiernsheim in Zukunft wieder reibungslos und sicher fließt, gebe es noch viel
zu tun, konstatierte der FDP-Enzkreisabgeordnete Prof. Dr. Erik Schweickert am Ende eines Ortstermins bei
dem er gemeinsam mit Bürgermeister Matthias Enz und dessen Stellvertreter Harald Pflüger über die vielen
anstehenden Verkehrsprojekte in der Heckengäugemeinde sprach. Um darauf aufmerksam zu machen, dass
nicht nur die Ortsdurchfahrt in naher Zukunft im Fokus steht, trafen sich die drei an der ehemaligen 2024
abgerissenen Fuß- und Radwegbrücke über die Daimlerstraße. Diese war damals nach gerade einmal 20
Jahren aufgrund durchgerosteter Eisenträger abgebaut worden. „Pfusch am Bau“, ärgert sich Enz bis heute.
Ein Neubau, machten der Bürgermeister und sein Stellvertreter deutlich, sei Wunsch der Bürgerinnen und
Bürger. Die Querung der Straße ohne Brücke sei gefährlich. Ohne Fördermittel des Landes seien die Kosten
von rund 600.000 Euro aktuell für Wiernsheim aber nicht zu stemmen. Schweickert verwies dazu auf das
Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. Die grundsätzliche Förderfähigkeit für das Vorhaben hatte
ihm das Verkehrsministerium schon vor einigen Wochen bestätigt. „Die Gemeinde kann dazu den Kontakt
zum Regierungspräsidium suchen, um sich abzustimmen. Gerne unterstütze ich dabei auch“, konnte der
Abgeordnete Hoffnung machen.
Deutlich länger als bei der Radwegbrücke beschäftigt die Gemeinde jedoch der Ausbau der L 1135 in
Richtung Wurmberg. Zwar soll das Planfeststellungsverfahren im ersten Quartal 2026 nach jahrzehntelangen
Diskussionen endlich abgeschlossen werden, mit einem Beginn des Ausbaus der teilweise viel zu schmalen
und als Unfallschwerpunkt bekannten Landstraße rechnet das Ministerium jedoch erst ab 2028. 2,5 Millionen
Euro und eine Bauzeit von einem Jahr werden hierfür aktuell veranschlagt. „Ich erwarte aber, dass man die
Ausführungsplanung gleich nach Abschluss der Planfeststellung beginnt und dann auch zügig, unabhängig
davon, wie es bei der A 8 läuft, den Ausbau angeht. Da muss jetzt was passieren“, machte Schweickert klar.
Zu guter Letzt wurde auch über die Ortsdurchfahrt und die Sicherheit an der Kreuzung
Hindenburgstraße/Weiherstraße gesprochen, die nach einem Unfall im November, bei dem eine Schülerin
von einem Bus erfasst wurde, in die Schlagzeilen geraten war. Mit einer kurzfristig umsetzbaren großen
Lösung, beispielsweise in Form eines Kreisverkehrs, rechnet Schweickert nicht, wohl aber seien kleinere
Maßnahmen, wie eine bessere Ausleuchtung oder eine Bedarfsampel denkbar. Das Land werde die Fahrbahn
über die gesamte Ortsdurchfahrt in diesem Jahr wohl ohnehin erneuern und Wiernsheim in eine Baustelle
verwandeln. Auch diese Maßnahme kommt jedoch später als ursprünglich gedacht, denn eigentlich war die
Sanierung bereits für das letzte Jahr geplant, damit parallel zur Straße auch die Gemeinde Kanäle und
Leitungen sanieren konnte. Letztlich konnte das Land seine Zusagen aufgrund knapper Haushaltsmittel nicht
einhalten. Die Gemeinde ging in Vorleistung und erledigte ihren Teil. Dies sei nur ein Beispiel dafür, „dass
das Land nicht genug Geld für seine Straßen bereithält. Selbst dann nicht, wenn mit einer Maßnahme zwei
Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden könnten. Effizient ist anders“, so Schweickert.
